Forschung

 

Forschungsprojekt „Politisches Framing und kognitive Frame-Semantik“:

 

Die Projektidee entzündete sich an der Diskrepanz zwischen dem Frame-Konzept, das in weiten Teilen der politischen Kommunikationsberatung und bei den politischen Parteien vorherrscht, und dem Erkenntnisstand in der kognitionswissenschaftlich orientierten Frame-Semantik. Während die politischen Kommunikationspraktiker mit dem, was sie „Framing“ nennen, weitgehend auf die Optimierung der parteistrategischen Wahl von Einzelbegriffen fixiert sind – eine reduzierte Spielart des klassischen „Begriffe-Besetzens“ – und dabei vor allem die emotionalen, wertenden und assoziativen Komponenten der Begriffe im Auge haben, gehört es zum entscheidenden Gewinn der Frame-Semantik die Fixierung auf Einzelbegriffe überwunden zu haben. Allerdings hat die Konzentration der Frameforschung auf „Wissen“ dazu geführt, dass Emotions- und Handlungsaspekte weitgehend außerhalb der Betrachtung geblieben sind. Das Ende 2012 begonnene Projekt hat das Ziel den Defiziten beider Seiten entgegenzuwirken.

 

Forschungsprojekt „Saliente politische Sätze im Diskurs und im kollektiven Gedächtnis“

 

Seit 2011 untersuche ich Struktur, Genese und Funktionen politischer Sätze, die zum festen Bestandteil des aktuellen politischen Wissens gehören (Bsp. Merkel: Scheitert der Euro, dann scheitert Europa) oder die im kollektiven politisch-historischen Gedächtnis verankert sind (Bsp. Friedrich der Große: Jeder soll nach seiner Fasson selig werden). Zugrunde liegt ein Korpus von 70 deutschsprachigen salienten politischen Sätzen von der Antike bis 2011. Erste Publikationen sind erschienen oder im Druck. Nächster Schritt ist die Untersuchung der Frage, inwieweit primäre Resonanz (z. B. Applaus) und sekundäre Resonanz (z. B. wörtliches Zitieren des Satzes in Medien) dazu führen, dass Sätze die Chance bekommen zu Kristallisationspunkten von Diskursen oder sogar zu Bestandteilen des kollektiven Gedächtnisses zu werden. Hier bildet ein Korpus mit Bundestagsdebatten und diesbezüglichen Artikeln überregionaler Zeitungen die Datengrundlage.